"Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen." So soll Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521 den Widerruf seiner Thesen gegen den Ablass zurückgewiesen haben.


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Luthers Eltern

Luthers Eltern waren der Bauer, Bergmann, Mineneigner und spätere Ratsherr Hans (1459–1530), der aus Möhra stammte, und dessen Ehefrau Margarethe, geb. Lindemann (1459–1531), geboren in Neustadt an der Saale. Die Familie führte ihren Nachnamen in unterschiedlichen Varianten: Lüder, Luder, Loder, Ludher, Lotter, Lutter oder Lauther. Damit führte sie sich auf den seit etwa 1302 in Möhra ansässigen Ritter Wigand von Lüder zurück, der aus dem Adelsgeschlecht von Lüder aus Großenlüder stammte. Auch dieser Ort wurde abwechselnd Luodera, Lutra, Luttura und Lutar genannt.

1483 Geboren

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld geboren

1484 Mansfeld – Luthers guter, harter Kinderort

Im Jahre 1484 siedelte die Familie Luder von Eisleben nach Mansfeld über, Martin war gerade ein Jahr alt. Die Stadt, 12 Kilometer von Eisleben und ca. 110 Kilometer von Wittenberg entfernt, hatte damals ebenso viele Einwohner wie heute: 2.000.
Die Lutherstraße mit dem Elternhaus, der Lutherplatz mit dem Lutherbrunnen, Schloss Mansfeld und die evangelische Georgskirche mit Lutherbüste und Porträt als Pastor von 1540 erinnern daran, dass Luther in Mansfeld seine Kindheit und frühe Jugend verbracht hat. Hier besuchte er Stadt- und Lateinschule und lebte mit Eltern und vermutlich zwölf Geschwistern über die Jahre in finanziell stabilen Verhältnissen.

1501 Grundstudium der freien Künste und Philosophie

Luther absolvierte von 1501-1505 das Grundstudium der freien Künste und Philosophie an der Erfurter Universität, wohl im Collegium maius. Vertraut war ihm auch die benachbarte Michaeliskirche.

1505 legte er das Gelübde ab, Mönch zu werden

Martin Luther, studierte an der Erfurter Universität (ab 1501) zunächst an der Artistenfakultät. Nach dem Erlebnis eines schweren Unwetters bei Stotternheim legte er 1505 das Gelübde ab Mönch zu werden. Noch im selben Jahr trat er in das Augustiner-Eremitenkloster in Erfurt ein. 1507 empfing er dort die Priesterweihe und begann mit dem Theologiestudium.

1511 eine Professur für Bibelauslegung

Am Konvent von Wittenberg übernahm Luther 1511 eine Professur für Bibelauslegung. In seinen Vorlesungen beschäftigte er sich hauptsächlich mit den Psalmen sowie den Briefen des Paulus an die Römer, die Galater und die Hebräer.

1517 Protest gegen die Ablasspredigten von Johann Tetzel

1517 protestierte Luther in Briefen an den Erzbischof von Mainz und den Bischof von Magdeburg gegen die Ablasspredigten von Johann Tetzel. Den Briefen legte er 95 Thesen bei, die das Ablassunwesen kritisierten, eine Reihe von Dogmen der römischen Kirche in Frage stellten und zur akademischen Diskussion anregten. Außerdem soll Luther die Thesen an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche geschlagen und sie gleichzeitig an mehrere Freunde und Gelehrte versandt haben.
In der römischen Kurie wurde empört darauf reagiert: Die Thesen seien ketzerisch - ihr Verfasser wurde nach Rom zitiert. Im Oktober 1518 kam es zum Verhör Luthers durch einen päpstlichen Legaten in Augsburg. Der Rebell wurde zum Widerruf seiner Thesen gedrängt - erfolglos. In Löwen, Lüttich, Köln und Mainz wurden 1520 Luthers Schriften von papsttreuen Gläubigen verbrannt. Vor dem Reichstag in Worms verteidigte Luther 1521 seine Thesen und verweigerte erneut deren Widerruf. Aus diesem Grund kam es zum 'Wormser Edikt': Gegen Luther wurde die Reichsacht verhängt, seine Lehre verboten.

1522 Übersetzung des Neuen Testaments

Luther floh - unter dem Schutz von Friedrich dem Weisen, Kurfürst von Sachsen - auf die Wartburg, wo er unter dem Tarnnamen 'Junker Jörg' mit der Übersetzung des Neuen Testaments begann, die 1522 ohne Nennung seines Namens veröffentlicht wurde.

1525 heiratet Katharina von Bora

Im Oktober 1524 legte Luther die Mönchskutte ab und heiratete im darauf folgenden Juni die ehemalige Zisterzienserin Katharina von Bora. Im selben Jahr begann der Bauernkrieg. Die Bauern hofften, von der reformatorischen Bewegung im Kampf gegen die Ausdehnung landesherrlicher Gerichtsherrschaft und gegen die Ausbeutung des Bauernstands unterstützt zu werden.

1534 die ganze Heilige Schrift Deutsch erschienen

1530 hielt sich Luther auf der Veste Coburg auf; bei dem im gleichen Jahr stattfindenden Reichstag in Augsburg wurde er von Philipp Melanchthon vertreten: Dessen 'Confessio Augustana' wurde vor dem Reichstag verlesen und gilt damit als das erste öffentliche Bekenntnis des Protestantismus. Die erste Gesamtausgabe von Luthers Übersetzung der Heiligen Schrift 'Biblia, das ist die ganze Heilige Schrift Deutsch' erschien 1534.

1544 ersten evangelischen Kirchenbau einweiht

Die reformatorischen Ideen Luthers fanden immer mehr Zuspruch. Im sächsischen Torgau konnte Luther 1544 den ersten evangelischen Kirchenbau einweihen.

1546 zu Grabe getragen

Am 18. Februar 1546 starb Luther in Eisleben. Vier Tage später wurde er in Wittenberg zu Grabe getragen.

1552 im Dezember starb Katharina von Bora

Katharina von Bora, Luthers Witwe, starb im Dezember 1552 in Torgau und liegt in der Stadtkirche begraben.